Perimenopause und Job: Bleiben oder gehen?
Irgendwann – meist ohne dramatischen Knall – verändert sich etwas.
Der Job ist derselbe. Die Aufgaben sind bekannt. Die Kolleg:innen auch.
Und trotzdem fühlt es sich nicht mehr stimmig an.
Viele Frauen erleben diese innere Unruhe in der Perimenopause (ab ende 30/Anfang 40) besonders deutlich. Nicht, weil plötzlich „alles falsch“ ist – sondern weil mehrere Veränderungen gleichzeitig wirken.. Körperlich, emotional und biografisch.
Die Frage „Bleiben oder gehen?“ taucht dann nicht aus einer Laune heraus auf, sondern aus einer tiefen Verunsicherung heraus, die ernst genommen werden will.
Wenn innere Zweifel lauter werden
Die Perimenopause ist keine Krankheit, aber sie bringt Veränderungen mit sich, die den beruflichen Alltag spürbar beeinflussen können. Schlafprobleme, geringere Stresstoleranz, stärkere emotionale Reaktionen oder das Gefühl, schneller erschöpft zu sein, sind keine Einbildung.
Was viele Frauen dabei überrascht:
Nicht nur der Körper meldet sich, sondern auch das innere Bewertungssystem.
Was früher „noch ging“, fühlt sich plötzlich schwer an.
Was man jahrelang ausgehalten hat, stellt sich auf einmal infrage.
Das betrifft besonders den Job – weil dort Anpassung, Leistung und Verlässlichkeit oft selbstverständlich erwartet werden.
Wenn die Kinder selbstständiger werden – und Raum für neue Fragen entsteht
Parallel dazu verändert sich oft das Familienleben.
Kinder brauchen weniger Begleitung, weniger Organisation, weniger ständige Präsenz.
Das entlastet – und hinterlässt gleichzeitig eine Lücke.
Viele Frauen merken erst jetzt, wie sehr ihre Rolle als Mutter lange Orientierung gegeben hat. Wenn diese Rolle leiser wird, taucht eine Frage auf, die sich nicht mehr wegschieben lässt:
Wer bin ich heute – jenseits von Kümmern, Funktionieren und Durchhalten?
Diese Frage bleibt nicht im Privaten. Sie wirkt direkt in die berufliche Identität hinein.
Zwischen Loyalität und Selbstachtung
Viele Frauen unserer Generation haben gelernt, kompromissfähig zu sein.
Nicht alles persönlich zu nehmen.
Sich anzupassen, um „den Laden am Laufen zu halten“.
In der Perimenopause verändert sich oft genau hier etwas.
Nicht aus Trotz – sondern aus innerer Ehrlichkeit.
Kompromisse, die früher sinnvoll erschienen, fühlen sich plötzlich zu groß an.
Nicht, weil man weniger kann, sondern weil man klarer spürt, was einem nicht mehr guttut.
Junge Kolleginnen, neue Regeln – alte innere Konflikte
Hinzu kommt ein weiterer, oft unausgesprochener Faktor: der Generationenwechsel im Job.
Jüngere Kolleginnen setzen andere Grenzen.
Sie sagen Nein, achten auf Pausen, wechseln den Arbeitsplatz, wenn es nicht passt.
Viele Frauen mittleren Alters tragen dagegen noch alte Glaubenssätze in sich:
- Das macht sich schlecht im Lebenslauf.
- Man bleibt, wenn man Verantwortung hat.
- Erst leisten, dann vielleicht fragen.
Diese Unterschiede können verunsichern – und gleichzeitig etwas in Bewegung bringen. Denn sie stellen eine unbequeme Frage:
Was habe ich mir selbst jahrelang zugemutet – und will ich das weiterhin?
Warum „Bleiben oder gehen?“ oft die falsche erste Frage ist
In dieser Phase neigen viele zu schnellen Lösungen:
- kündigen
- durchhalten
- alles infrage stellen
Doch weder radikale Veränderungen aus Erschöpfung noch stures Festhalten aus Gewohnheit führen zu echter Klarheit.
Die wichtigere Frage lautet:
Was brauche ich gerade wirklich, um mich wieder als handlungsfähig zu erleben?
Manchmal ist es eine Veränderung im Job.
Manchmal eine neue innere Haltung.
Und manchmal schlicht Zeit und Orientierung.
Sicherheit ist kein Zeichen von Schwäche
Viele Frauen bewerten ihr Bedürfnis nach Sicherheit ab – besonders dann, wenn andere scheinbar mutig Neues wagen.
Dabei ist Sicherheit in Umbruchphasen kein Makel, sondern eine Ressource.
Die eine findet sie im Vertrauten, auch wenn es unbequem ist.
Die andere im bewussten Aufbruch.
Beides ist legitim. Entscheidend ist, dass die Entscheidung nicht aus Überforderung heraus entsteht, sondern aus innerer Klarheit.
Zeit für eine ehrliche Standortbestimmung
Die Perimenopause ist für viele Frauen kein Zusammenbruch, sondern ein Übergang.
Eine Phase, in der sichtbar wird, was lange funktioniert hat – und was nicht mehr trägt.
Nicht jede Frau muss ihr Berufsleben umkrempeln.
Aber viele dürfen sich neu ernst nehmen.
Manchmal braucht es dafür keinen großen Plan, sondern einen klaren Raum, um die eigenen Gedanken zu sortieren – jenseits von Durchhalteparolen und vorschnellen Ratschlägen.
Bleiben oder gehen – mit Klarheit statt Druck
Wenn dich diese Fragen gerade begleiten, musst du sie nicht alleine klären.
In meinem Angebot „Bleiben oder gehen?“ begleite ich Frauen dabei, innere Orientierung zu finden – ohne Druck, ohne vorschnelle Entscheidungen.
Es geht nicht um richtig oder falsch, sondern darum, wieder in Kontakt mit den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten zu kommen.