Meine Erfahrungen mit NeuroGraphik®
NeuroGraphik® – kann das wirklich etwas verändern?
Diese Frage habe ich mir nicht aus reiner Neugier gestellt, sondern aus Skepsis. Ich liebe neue Ansätze, aber ich mag vor allem solche, die sich einordnen lassen. Studien, Modelle, nachvollziehbare Konzepte – all das gibt mir Orientierung. Genau hier hatte die NeuroGraphik® (geschützte Methode nach dem Russen Dr. Pavel Piskarev) für mich zunächst ein Problem.
Denn NeuroGraphik® ist nicht leicht greifbar. Es gibt kaum frei zugängliche Fachliteratur, wissenschaftliche Studien im klassischen Sinn suchte ich vergeblich. Die Bücher, die es gibt, sind überwiegend Erfahrungsberichte und Anwendungsbeschreibungen. Kein klares Manual, keine wissenschaftlich aufgebaute Theorie, die man einfach nachlesen könnte.
Und trotzdem haben mich die Bilder angesprochen. Sie wirkten eigenwillig, lebendig, fast widerspenstig. Und weil ich selbst gern male, habe ich beschlossen, mich auf ein Experiment einzulassen. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Neugier. Ich habe den Grundkurs gemacht – mit der inneren Haltung: Ich schaue mir das an und beobachte, was passiert.
NeuroGraphik® im Coaching: Ein Thema, das „nicht zu groß“ sein soll
In der NeuroGraphik® arbeitet man immer mit einem konkreten Thema. Manchmal ist es etwas, das gerade nervt, blockiert oder einschränkt. Es kann aber genauso gut um ein Ziel gehen, um eine Entscheidung, ein Projekt oder um die Frage, welche Ressourcen einem eigentlich zur Verfügung stehen. Wichtig ist nur: Das Thema sollte alltagstauglich bleiben – also nicht gleich das ganze Leben, die Kindheit und alle Beziehungen auf einmal. Die Idee dahinter ist simpel – etwas, das handhabbar bleibt.
Ich erinnere mich noch gut an meinen Gedanken an diesem Punkt: Ja klar. Was soll da jetzt schon groß passieren?
Dann beginnt man mit einem scheinbar banalen Schritt: einem ungeplanten Gekritzel auf dem Papier. Die „Konfliktfigur“. Danach werden diese Linien mit weichen, wellenförmigen Linien überarbeitet. Kreuzungen werden abgerundet, Ecken verschwinden. Das anfängliche eckige Chaos löst sich langsam auf und wird zu einer Art Netz.
Parallel dazu die Einladung, wahrzunehmen, was innerlich passiert.
NeuroGraphik® Erfahrung: Wenn der Körper reagiert
Und genau hier wurde es für mich spannend. Nicht im Sinne von „mystisch“, sondern sehr konkret.
Ich hatte eiskalte Füße. Einen knallroten Kopf. Ich kniff die Lippen zusammen, verkrampfte zeitweise meine Hand. Alles Dinge, die ich aus anderen Situationen kenne – nur hatte ich sie hier nicht erwartet. Ich saß ja „nur“ da und habe gemalt.
In der NeuroGraphik® wird nichts davon vorinterpretiert. Es geht nicht um richtige oder falsche Bedeutungen. Eigentlich soll man nur warnehmen. Man darf sich dennoch die Fragen stellen:
– Wie gehe ich an Linien heran? – Wo werde ich ungeduldig? – Was macht mir Spaß, was stresst mich? – Und was könnten kalte Füße oder Anspannung mit meinem Thema zu tun haben? Welche Gedanken kommen mir in den Sinn?
Allein dieser Prozess verändert bereits den Blick auf das eigene Thema. Eigentlich geht es dabei weniger ums Interpretieren, sondern ums schlichte Wahrnehmen. Neugierig sein. Dass ich trotzdem noch gern verstehen und einordnen will, merke ich immer wieder – und das darf ich wohl noch üben.
NeuroGraphik® Methode: Kreise, Kraftlinien und ein überraschend guter Gedanke
Später kommen weitere Elemente hinzu: Kreise, Farben und die bekannten dicken schwarzen Linien. Diese Linien stehen in der NeuroGraphik® symbolisch für unterstützende Kräfte von außen. Manche verbinden damit Gott, andere das Universum, wieder andere schlicht innere oder äußere Ressourcen.
Ich persönlich fand diesen Gedanken erstaunlich wohltuend – ganz ohne spirituelle Verpflichtung. Unterstützung darf existieren. Auch dann, wenn man sie nicht exakt benennen kann.
Interessanterweise hatten viele Teilnehmende Respekt davor, diese kräftigen Linien über ihre Zeichnung zu legen. Mir hat genau das am meisten Freude gemacht. Auch das sagt etwas – über Kontrolle, Vertrauen und Spielraum.
Mit den Farbflächen verändert sich das Bild erneut. Und manchmal passieren dabei auch unerwartete Dinge. Einmal habe ich einfach vor mich hin gezeichnet, Farbflächen ausgemalt, ziemlich nah über dem Papier. Nichts Spektakuläres – ein Kreis, ein paar Flächen, eher beiläufig. Als ich kurz aufstand und mit etwas Abstand auf das Blatt schaute, habe ich plötzlich eine menschliche Gestalt erkannt. Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich erschreckt. Denn geplant war das ganz sicher nicht.
Das Problem war nur: Mir gefiel diese Gestalt überhaupt nicht. Am liebsten hätte ich sie sofort wieder verschwinden lassen. Und genau in diesem Moment habe ich etwas verstanden. Auf dem Papier kann ich innehalten. Ich kann schauen, was das Bild braucht, damit es stimmiger wird. Also habe ich weitergezeichnet, verändert, ergänzt. Richtig schön wurde es am Ende nicht mehr – aber ich habe viel dabei gelernt. Und ich konnte das Blatt schließlich mit einem kleinen Lächeln zur Seite legen.

Und irgendwann steht man da und schaut auf etwas, das mit dem ursprünglichen Konflikt nur noch indirekt zu tun hat – und trotzdem genau davon erzählt.
NeuroGraphik® Prozess: Was wird jetzt leichter?
Am Ende wird ein Bereich im Bild hervorgehoben, der besonders ins Auge fällt. Daraus ergibt sich eine einfache, aber wirkungsvolle Frage:
Was könnte jetzt der nächste kleine Schritt sein, damit sich dieses Thema leichter anfühlt?
Nicht die große Lösung. Manchmal nur ein anderer Gedanke.
Und ja: Man darf am nächsten Tag noch einmal hinschauen. Linien verschönern. Farben ergänzen. Denn wenn ein Konflikt als Bild plötzlich etwas Stimmiges, vielleicht sogar Schönes geworden ist – dann verändert sich oft auch die innere Beziehung dazu.
Fazit: Meine NeuroGraphik® Erfahrungen
Ich bin ehrlich gesagt recht unbedarft an die NeuroGraphik® herangegangen. Umso überraschender war für mich, dass sich die Themen, mit denen ich gearbeitet habe, tatsächlich entspannt haben. Nicht magisch. Nicht über Nacht. Aber spürbar.
Für mich ist es ein Werkzeug geworden für Situationen, in denen Denken allein nicht weiterhilft. Man kommt ins Tun, ohne vorher wissen zu müssen, wohin es führt. Das ist ungewohnt – und genau darin liegt die Stärke.
Deshalb habe ich mich entschieden, die Weiterbildung zur NeuroGraphik® Spezialistin zu beginnen, um die Methode künftig im Coaching und in speziellen Workshops anbieten zu dürfen. Ich habe großen Respekt davor, Workshops zu geben – und gleichzeitig das Gefühl, dass hier ein Zugang liegt, der viele Menschen erreichen kann.
Passenderweise brauche ich für die Ausbildung auch ein eigenes Thema. Das hier ist wohl eines davon.
Wenn du dir vorstellen kannst, auf diese Weise an ein Thema heranzugehen, melde dich gern bei mir. Ich suche auch Probandinnen für erste Formate.
Nicht, weil du an irgendetwas glauben musst. Sondern weil man manchmal etwas tun darf, ohne schon zu wissen, wie es ausgeht.
NeuroGraphik® ist eine eingetragene Marke und Methode nach Dr. Pavel Piskarev.